Herr Zampolli sagt' mir neulich erst, er schätze mich. Herr Zampolli ist ein wirklich feiner Mann. Und er säh' in dem Getriebe und Gehetze mich als das einzig wahre Menschenwesen an. Herr Zampolli sagt, ich hätt' so etwas Fröhliches und er schätze meinen unzähmbaren Geist. Angepaßtheit fände er was Unausstehliches, aber ich sei individuell und dreist. "Sie sind jung", sagt er, "Sie haben noch so viel vor sich, Sie erleben Ihre allerschönste Zeit!" "Wer die Zeit nicht nützt fürs Glück", sagt er, "lebt kümmerlich!" Manchmal tut's ihm um die vielen Jahre leid. Herr Zampolli sagt, er hätt' auch mal an was geglaubt. Damals, sagt er, hätt er auch noch revoltiert. Später hat ihm der Beruf dazu die Zeit geraubt. Manchmal fühlt er sich vom Leben angeschmiert. Herr Zampolli sagt, das sei doch gar nicht soviel wert: der Beruf, die Karriere und das Geld. Und man merkt gar nicht, was man sich alles da zerstört, wenn man nur Erfolg und Mach für wichtig hält. Herr Zampolli hat ein Haus und eine gute Frau und zwei Kinder, doch die Frau wird langsam dick. Das letze Mal schlief sie mit ihm damals in Bad Schönau. Herr Zampolli sucht noch einmal nach dem Glück. Herr Zampolli sagt, er hätt so vieles falsch gemacht, und er hätt' sich das ganz anders vorgestellt. Doch durch mich, sagt er, da wär er endlich aufgewacht, und er sieht nun, wie es steht um diese Welt. Herr Zampolli sagt, er würd' gern etwas tun für mich, denn ich hätt' in seinen Augen viel Talent. Und er fänd' es sagt er, unaussprechlich schad', wenn ich mich nicht nach meinen Wert entfalten könnt. Herr Zampolli sagt, mit mir, da hätte er die Kraft, mit mir, da würde er ein neuer Mann. Und er hätt' in seinem Leben schon soviel geschafft! Mit mir, da finge er von vorne an. Herr Zampolli sagt, ich soll mit ihm nach Singapur, denn dort würden neue Welten auf uns harr'n. Diesmal geh es freilich leider für drei Wochen nur. Und seine Frau, die darf auch nichts davon erfahrn.